Mauerwerksinstandsetzung mit Sanierputz

Köster Sanierputze für Mauerwerksinstandsetzung
Bei schwach feuchtem Mauerwerk reicht oft eine Instandsetzung mit KÖSTER Sanierputz. Dazu wird der alte Putz vollständig entfernt, Fugen werden ausgekratzt und von losen Bestandteilen befreit, so dass eine tragfähige offenporige Oberfläche verbleibt. Mit einem Voranstrich mit KÖSTER Polysil TG 500 wird das Mauerwerk optimal auf den Sanierputz vorbereitet. KÖSTER Polysil TG 500 härtet das Mauerwerk und bindet mögliche Salze im Untergrund. Fehlstellen werden mit KÖSTER Sperrmörtel ausgebessert. Vor der eigentlichen Putzlage wird bei einem Sanierputz ein Spritzbewurf aus dem jeweiligen Sanierputz, angemischt mit KÖSTER SB Haftemulsion, aufgebracht, um so eine größere Oberfläche und eine bessere Putzhaftung zu erreichen.

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KÖSTER Sanierputze ermöglichen die schadensfreie Austrocknung des Mauerwerks. Sie sind diffusionsoffen und besitzen eine ausgeprägte Hydrophobie. Durch die Trocknung des Mauerwerks an den Putz herangetragene Salze können, ohne den Putz oder nachfolgende Anstriche zu schädigen, auskristallisieren.

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KÖSTER Sanierputze stehen in unterschiedlichen Varianten (grau, weiß, schnell, leicht, schnell und leicht) zur Verfügung. In älteren Gebäuden wird der KÖSTER Sanierputz weiß oft ohne weiteren Anstrich verwendet. Der KÖSTER Sanierputz-Glattspachtel schafft eine besonders glatte Oberfläche auf dem Putz, wenn das aus optischen Gründen gewünscht ist.

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1 Voranstrich - Köster Polysil® TG 500

2 Rautiefenausgleich / Fehlstellenausgleich - Köster Sperrmortel

3 Haftspritzbewurf - Köster Sanierputz

4 Oberflächenputz - Köster Sanierputz
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Fachbeitrag Fassadeninstandsetzung - Dr. Uwe Wirringa - Köster Bauchemie

Sanierputze bieten sich seit Jahrzehnten als bewährterund wirksamer Baustoff an, um salze- und feuchtebelastetes Mauerwerk instand zu setzen. Vor dem aktuellen Hintergrund der neuen Putzmörtelnorm DIN EN 998-1 werden die Anforderungen, Anwendungsbereiche und Eigenschaften für dieses besondere Beschichtungskonzept dargelegt.

Die Eigenschaften eines Sanierputzes ergeben sich aus den an diese Systeme gestellten Anforde-
rungen. Sanierputze müssen die Trocknung des Mauerwerks zulassen und dabei die Salze, welche an die Kontaktschicht Sanierputz/Mauerwerk transportiert werden, schadensfrei im kontaktflächennahen Bereich aufnehmen können. Daraus ergibt sich als Materialanforderung an einen Sanierputz eine erhöhte Porosität und Hydrophobie in Verbindung mit einer chemischen und mechanischen Resistenz gegen bauschädliche Salze. Das sind üblicherweise Sulfat, Nitrat und Chlorid.

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Einsatzziel: Schadensfreiheit und Festigkeit

Die grundsätzliche technische Intention bei der Verwendung von Sanierputzen oder mehrkomponentigen Sanierputzsystemen ist diejenige der langfristigen Schadensfreiheit der Putzoberfläche. Dies bezieht sich auf Ausblühungen und durchschlagende Feuchtigkeit, etwa in Form von hygroskopischen
Feuchteflecken. Weiterhin soll der dauerhafte Erhalt der Putzmörtelmatrix ohne Festigkeitsverlust gesichert werden.

Daher sind Sanierputze grundsätzlich keine Opfersysteme, die nur zum kurzzeitigen Verbleib an der Mauerwerksoberfläche vorgesehen wären. An einen Sanierputz kann demgegenüber nicht die An-
forderung der Druckwasserdichtheit gestellt werden. Im Verlaufe der geschichtlichen Entwicklung von Sanierputzen und auch in der Gegenwart gab und gibt es deutliche Unterschiede in der Zusammensetzung dieser Werktrockenmörtel. Diese Verschiedenartigkeit ergibt sich durch unterschiedliche Bindemittel (Kalk, Port-landzement, sulfatresistenter Portlandzement), Zuschlä-
ge (wie Dolomite, Kalkstein, Quarzsand) und Leichtfüllstoffe (wie Polystyrol, Bims, Perlite) sowie unterschiedliche Additivierung.

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Anwendungsbereiche in Verbindung mit typischen nachträglichen oder erneuerten Abdichtungen.

Die vergleichsweise eng gesetzten Materialeigenschaften, auf die im Folgenden ebenfalls vor dem Hintergrund der neuen Putzmörtelnorm DIN EN 998-1 eingegangen werden soll, begrenzen die Anwendungsgebiete, in denen diese Produktgattung eingesetzt werden kann.So finden diese Systeme natürlich ihre Anwendung nach und im Zusammenhang mit Abdichtungsmaßnahmen, ohne dass diese Abdichtungs-maßnahmen durch den Sanierputzauftrag ersetzt werden könnten. Typische Lösungen sind hier die Abdichtung gegen auf-steigende Feuchtigkeit (Abb. 2), die nachträgliche Abdichtung
erdberührter Gebäudeaußenflächen durch Gelschleierinjektion oder auch konservativ durch Aufgraben und erneu-te Beschichtung, beispielswei-se mit kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtungen (KMB).

Zweck des Ersatzes eventuell bestehender Innenputze durch Sanierputzsysteme ist in solchen Fällen die Schaffung einer oberflächlich, aber auch im Putzquerschnitt schadensfreien Putzfläche bei gleichzeitig nur geringfügiger Verringerung des Wasserdampftransports, so dass die abgedichtete Wand problem-
los trocknen kann.                                                                                                                      Weiterhin werden Sanierputze häufig auf Innenabdichtungen aus mineralischen Dichtungsschlämmen eingesetzt. Dabei können natürlich ihre eigentlich wichtigen Ei-genschaften (Porenhydrophobie, niedriger Wasserdampfdiffusionswiderstand) nicht ausgespielt werden. Vielmehr wird dabei die Einschränkung eines möglichen Kondenswasseranfalls angestrebt.Gleichfalls werden Sanierputze in spritzwasser- und tausalzbelasteten Bereichen von Außenwänden eingesetzt, (Abb. 3).Problematisch ist der Einsatz von Sanierputzen unter starren und elastischen Abdichtungssystemen wieDichtungsschlämmen - insbesondere auch dann, wenn anstehendes Druckwasser oder aufstauendes Sickerwasser (etwa bei Verwendung als Ausgleichsputz unterhalb von kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtungen) nicht ausgeschlossen werden kann.

Eigenschaften: Begrenzte europäische Regelung

Bereits vor geraumer Zeit wurden die Eigenschaften von Sanierputzen durch das WTA-Merkblatt 2-2-91 »Sanierputze« umrissen und fanden ihren Niederschlag in der Zertifizierung von Sanierputzen durch ein Expertengremium der WTA. Die nunmehr seit September 2003 vorliegende und seit Januar 2005 in Deutschland gültige DIN EN 998 - »Anforderungen an Mörtel für den Mauerwerksbau« Teil 1: Putzmörtel - schließt die Regelungslücke zu den Anforderungen an Sanierputze und stellt sie in eine Reihe mit den ebenfalls in der DIN EN 998-1 geregelten Putzmörtelgruppen Normalputzmörtel, Leichtputzmörtel, Edelputzmörtel, Einlagenputzmörtel für Außenanwendungen und Wärmedämmputzmörtel. Für Sanierputzmörtel wird der Nachweis der folgenden Festmörtelkennwerte als Eignungsnachweis gefordert:

1. Druckfestigkeit: 1,5 - 5,0 N/mm² (Kategorie C II)
2. Kapillare Wasseraufnahme: > 0,3 kg/m² nach 24 Stunden
3. Wassereindringung nach Prüfung der Wasseraufnahme: < 5 mm
4. Koeffizient der Wasserdampfdurchlässigkeit: < 15
    Weiterhin sind für folgende Parameter Werte zu deklarieren:
5. Trockenrohdichte
6. Haftzugfestigkeit
7. Wärmeleitfähigkeit  (Tabellenwert aus EN 1745:2002, Tabelle A 12)
8. Brandverhalten bei Produkten mit organischen Anteilen
   < 1,0 Massenprozent oder < 1,0 Volumenprozent wird das Errei-
   chen der Brandklasse A1 zu Grunde gelegt.Nicht in die Eignungsbeur-
   teilung von Sanierputzen eingegangen sind die Parameter zu Frischmörtel, nämlich:

- Konsistenzprüfung
- Luftporengehalt
- Wasserrückhaltevermögen
- Verarbeitbarkeit sowie zu Festmörtel:
- Festigkeitsverhältnis (Druckfestigkeit/Biegezugfestigkeit)
- Porosität
- Salzresistenz.
Weiterhin werden im Rahmen der DIN EN 998-1 keine Anforderungen an Mörtel für Spritzbewurf sowie Grundputze gestellt. Die Verarbeitung von Putzmörteln ist in der DIN EN 998-1 ebenfalls
nicht geregelt.

Verarbeitungszeit: Reduzierte Wartezeit heute durch entsprechende Putztypen möglich

Das Thema Verarbeitungszeit ist jedoch bei Sanierputzen von besonderer Bedeutung für die Anwender. Für diese eine große Anforderung ist beispielsweise das richtige, zeitgerechte Abreiben eines Sanierputzes. In der Regel kann dies  erst nach erheblichen Wartezeiten von mehreren Stunden erfolgen. Praxisorientierte Weiterentwicklungen liefert die herstellende Bauindustrie mittlerweile mit entsprechenden Putztypen, beispielsweise aus dem Unternehmen des Autors. Das bewährte Grundkonzept einer Instandsetzung von salz- und feuchtebelasteten Mauerwerken mittels  Sanierputzsystemen konnte somit um zwei Produkte ergänzt werden, die nach den Forderungen des Marktes in Bezug auf rationelle Verarbeitung und Ergiebigkeit konzipiert worden sind (»Schnell«, »Leicht und Schnell«). Beiden Sanierputzen wird ein deutlich beschleunigtes Ansteifverhalten zugeschrieben.
Sie sind deshalb wesentlich schneller mit einer optisch ansprechenden Oberfläche zu versehen.

Anwendungseispiel für schnelle Instandsetzung

1. Untergrundverfestigung und Salzbindung (etwa mit Polysil TG 500)

      Nach einer Wartezeit von ca. 20 - 30 Minuten:

2. Aufbringen des Spritzbewurfes aus Sanierputz,

     Typ II »Schnell« oder Typ »leicht und schnell«

      Nach einer Wartezeit von ca. 60 Minuten:

3. Aufbringen des Sanierputzes 2-lagig frisch in frisch,

     ohne Wartezeit zwischen den beiden Putzlagen

      Nach einer Wartezeit von 30 - 45 Minuten:

4. Abreiben des Putzes.

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So kann etwa ein Sanierputz II (Schnell) innerhalb von rund 30 Minuten, ein Sanierputz Leicht und schnell nach rund 45 Minuten abgerieben werden (Abb. 4). Die Arbeitsleistung wird kalkulierbar und ermöglicht es, kleine Instandsetzungsflächen mit deutlich geringerem Zeitaufwand komplett abzuschließen. Beide Putztypen sind weiß und können daher ohne weiteren Anstrich verbleiben.

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Spannungen und Rissanfälligkeit: Zusatzstoffe sorgen für Erhärtung und
Ergiebigkeit


Die wichtige Frage nach der Ausbildung von Spannungen
im Putzgefüge, insbesondere auch bei höheren Putzstärken,  können
Hersteller durch den Zusatz salz- und aluminatfreier Beschleunigungsadditive lösen.
Diese Additive bewirken zwar eine deutliche Beschleunigung des Erhärtungs-
beginns, beeinträchtigen aber die Entwicklung der Druck und Biegezugfestigkeit des
Sanierputzes selbst nicht. Im Fall der vorgenannten Beispielprodukte reagieren beide rissfrei aus, (Abb. 5).Die Ergiebigkeit konnte ebenfalls erhöht werden, so dass etwa bei Typ Leicht und schnell nun ein Verbrauch von rund 9 kg/m² Zentimeter Putzdicke angesetzt werden kann. Beide Sanierputze sind für das vom Hersteller bekannte Vorspritzverfahren auch als Spritzbewurf geeignet. Dazu ist dem Anmachwasser lediglich eine 10 bis 15-prozentige SB-Haftemulsion zuzusetzen. Dem Anwender entstehen demnach durch solche Verarbeitungsschritte mit den schnellen Sanierputzen also erhebliche Einsparpotenziale,  hochgerechnet um über 30 % liegend.


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Fazit

Mit Erscheinen der EN 998-1 ist erstmals das Konzept der Sanierputze auf ein europäisches Normenniveau gehoben und der Tatsache Rechnung getragen worden, dass die Instandsetzung feuchter und salzhaltiger Untergründe besondere Beschichtungskonzepte erfordert. Bei näherer Betrachtung jedoch bleibt fraglich, ob die hiermit festgeschriebene Charakterisierung von Sanierputzen für die letztendlich entscheidende dauerhafte Schadensfreiheit von Instandsetzungen mit diesen Produkten
ausreichend ist.

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